Verein

Nierene

Aus der Chronik des Südtiroler Nierenkrankenverbandes

Der Südtiroler Nierenkrankenverein ist eine Selbsthilfegruppe und besteht aus den in den Provinz Bozen ansässigen Nierenkranken, Dialysepatienten, Transplantierten, deren Angehörigen und Sympathisanten. Heute zählt der Verein über ca. 300 eingeschriebene Mitglieder.
Laut Statut verfolgt er ausschließlich gemeinnützige Zwecke und ist unpolitisch.
Durch Erfahrungsaustausch, Beratung, Zusammenkünfte, Freizeitangebote und finanzielle Unterstützungen bemüht sich die Interessengemeinschaft, den Mitgliedern solidarisch zur Seite zu stehen.

1973

Am 11. Feb. 1973 wurde von privater Hand unter der Leitung von Dr. Carlo Stablum im Neustifterweg 30 in Bozen das erste Hämodialysezentrum unseres Landes eröffnet. Für die 6 Dialysepatienten unserer Provinz bedeutete diese Einrichtung eine große Erleichterung, da sie vorher, verbunden mit enormen Strapazen, auf die Blutwäsche im Krankenhaus Trient angewiesen waren. Die Patienten waren nicht nur mit physischen und psychischen, sondern auch mit finanziellen Belastungen konfrontiert: Fahrten zu den Behandlungen, Diätprodukte, Unterkünfte u.s.w. mussten sie teilweise selbst finanzieren.
Am 10. Nov. 1973, vier Monate vor der Gründung des Verbandes, beschlossen die nunmehr 9 Dialysepatienten in Anwesenheit von 3 Familienmitgliedern, 4 Krankenpflegerinnen und einer Sozialassistentin, sich von der nationalen Vereinigung ANED zu trennen und einen selbständigen Verband für die Provinz Bozen zu gründen. Der Direktor des Südtiroler Hämodialysezentrums, Dr. Carlo Stablum, unterstützte mit großem Einsatz die Patienten in ihrem Vorhaben. Die Landesregierung bzw. die Landesrätin für Gesundheitswesen, Frau Waltraud Gebert Deeg, versprach finanzielle Hilfe und die Anerkennung der Selbsthilfegruppe.

1974

Am 5. März 1974 wurde von einem Dutzend Patienten unter großen finanziellen Schwierigkeiten der Südtiroler Nierenkrankenverband ins Leben gerufen. Der erste Präsident Guido Bonvecchio hat mit großen Aufwand für die bedürftigen Mitglieder die notwendigen Geldmittel besorgt. Er stellte zu den öffentlichen Ämtern und privaten Institutionen erste Kontakte her und beteiligte sich an Diskussionen in den Medien. Den 5 Vorstandsmitgliedern stand eine Sozialassistentin zur Seite, die vom Verband stundenweise entlohnt wurde. Sie betreute mehrere Jahre hindurch die Patienten in ihren sozialen und organisatorischen Belangen.
Bonvecchio blieb aus gesundheitlichen Gründen nur ein Jahr im Amt und verstarb auch kurze Zeit an den Folgen seines Leidens.

1975

Im April 1975 wurde Florian Mair zum neuen Präsidenten gewählt. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass der Verband innerhalb kurzer Zeit an Gestalt zunahm. In Zusammenarbeit mit den Vorstandsmitgliedern und mit der tatkräftigen Unterstützung der Stationsschwester Anni Schwembacher bewältigte er im Laufe der Jahre schwierige Aufgaben und anfallenden Probleme.

1976

Im Herbst 1976 wurde in der Pfarre Dreiheiligen in Gries/Bozen endlich ein Vereinssitz gefunden. Im März 1977 beschlossen die Vorstandsmitglieder, einen Mitgliedsbeitrag von 1000 Lire pro Jahr einzuführen.

1981

1981 erfolgte die Gründung des Europäischen Nierenkrankenverbandes CEAPIR in Paris. Florian Mair war Gründungsmitglied und dessen Kassier.
Nach mehreren Interventionen in der Transplantationschirurgie in Innsbruck wurde in den Jahren 1983 und 1986 der Aufnahmestopp für Transplantationen von Südtiroler Patienten wieder aufgehoben.

1984

Im April feierte der Verband sein 10jähriges Bestehen.

1985

Im Jahre 1985 erreichte man beim Gesundheitsministerium in Rom die Zusage für die Hornhautverpflanzung in Bozen.
In diesem Jahr konnte auch der Transportdienst des „Weißen Kreuzes“ verbessert werden.

1987

1987 wurde die Fahrtspesenvergütung für Patienten eingeführt, die mit dem eigenen PKW zur Dialyse fahren.

Durch Öffentlichkeitsarbeit und entsprechende Fachvorträge wurden Mitglieder und die Bevölkerung über die Aktivitäten und Probleme der Selbsthilfegruppe aufgeklärt. In der Sitzung vom 15. November 1988 beschloss der Vorstand, für transplantierte Mitglieder eine Sportgruppe zu gründen. Am 27. Juli 1990 fand die Gründungsversammlung des „Transplant Sport Club“ statt, bei der Michael Prenner die Leitung anvertraut wurde.
Nach 16jähriger Präsidentschaft legte Florian Mair den Vorsitz nieder. Er wirkte aber weiterhin als Vorstandsmitglied bis zu seinem Tode am 2. April 1995.

1991

Im Februar 1991 wählte der Vorstand Margit Dosser zu seiner Nachfolgerin, die den Verband für die folgenden zehn Jahre leitete. Im Sinne ihres Vorgängers verfolgte sie weiterhin die Ziele der Interessengemeinschaft und stand den Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite. Es wurden Tagungen und Zusammenkünfte mit Fachvorträgen organisiert.
Unter der Mitwirkung von Florian Mair und Emil Cofini konnten im Frühjahr 1991 die Dialyseabteilungen von Meran und Schlanders eröffnet werden.

1994

Ein großes Ereignis war die Feier anlässlich des 20jährigen Bestehens des Vereins, die im März 1994 besonders festlich gehalten wurde.

1995

Im Jänner 1995 genehmigte die Generalversammlung die neuen Vereinsstatuten.

1996

Der Südtiroler Diabetiker-Bund organisierte gemeinsam mit den Nierenkranken-Verband im Oktober 1996 eine Tagung mit dem Thema „Die Transplantation von Niere und Bauchspeicheldrüse“.

1998

Mit einer kleinen Feier am 25. Jänner 1998 wurde Prof. Raimund Margreiter von der Uniklinik in Innsbruck zum Zeichen der Dankbarkeit für die 20jährige Betreuung der Südtiroler Nierentransplantierten ein Geschenk überreicht.

2001

Am 28. Jänner 2001 übertrug Margit Dosser die verantwortungsvolle Führung des Verbandes an Rudolf H. Hofer, der dem Verein bis 2004 vorstand. Diese drei Jahre waren gekennzeichnet von mehreren Neuerungen, so der Verbesserung der Verwaltung des Vereins und der Kommunikation zu den Mitgliedern. Jedes einzelne Vorstandsmitglied ist seither mit einem Aufgabenbereich betraut, es wurde ein Archiv gegründet, und seit damals werden sämtliche Unterlagen aufbewahrt sowie eine Chronik geführt, welche den Weg des Vereins bezeugen.
Im Jahre 2001 wurde das 10jährige Bestehen der Dialysezentren in den Krankenhäusern Meran und Schlanders begangen.

2002

Im Jahre 2002 konnte der Verband endlich auch einen eigenen Sitz einweihen, ein kleines Büro in der Duca D’Aosta-Allee 82 in Bozen, in dem seither die Vorstandssitzungen abgehalten und sämtliche Unterlagen verwahrt und auch Treffen mit Patienten nach Vereinbarung abgehalten werden.

2004

Von 2004 bis 2010 hatte Roberto Canali den Vorsitz inne.
Das Jahr 2004 brachte eine Wende im Vereinsleben: Der neue Vorsitzende digitalisierte die Unterlagen und der Verein landete ebenfalls im Web mit der Erstellung einer Homepage, um vor allem den jüngeren Mitgliedern entgegen zu kommen.
Im Jahr 2004 begann auch die Teilnahme am Bozner Christkindlmarkt für fünf aufeinander folgende Jahre, bis die gesundheitlichen Umstände der mitarbeitenden Vereinsmitglieder diese doch arbeitsaufwändige Initiative nicht mehr zuließen.

Das 30-Jahr-Jubiläum wurde 2004 mit einem Konzert des Männerchors „Monte Pallidi“ und einer Matinée im Theater des Schulkomplexes in Leifers begangen. Zu diesem Anlass wurden 43 Mitglieder für ihre über 20jährige Mitgliedschaft geehrt und 5 sogar für ihre Mitgliedschaft seit der Vereinsgründung.

2007

Seit 2007 präsentiert sich unser Verein anlässlich des Italienischen Tages des Dialysepatienten und des Weltnierentages mit einem Infotisch in Krankenhäusern oder auf Plätzen in den Städten, um die Öffentlichkeit für die Vorbeugung von Nierenerkrankungen sowie die Organspende zu sensibilisieren.
Wichtige Ereignisse in den letzten Jahren waren die 30-Jahr-Feier des Bestehens der Dialysestation im Krankenhaus Bruneck (2004), die Eröffnung der umgebauten Dialysestation im Krankenhaus Brixen (2007) und die erste Entnahme eines Spenderorgans im Bezirkskrankenhaus Bruneck (2009).
Der Verein setzte sich in Belangen für die Patienten ein, die immer wieder aufs Neue Probleme bereiten, wie z. B. das Recht auf einen Krankentransport in das Dialysezentrum oder zur Transplantationsambulanz, die freie Wahl des Krankenhauses für die Anlage des Dialyseshunts, die Entschädigung für Dialysepatienten, welche während der Dialysebehandlung mit Hepatitis angesteckt worden sind.

2008

Im Jahr 2008 begannen die Begegnungen mit der ARGE Niere Österreich, dem Dachverband der österreichischen Vereinigungen von Dialysepatienten und Nierentransplantierten, die im Jahr 2009 in einer Mitgliedschaft unseres Vereins bei der ARGE Niere Österreich mündeten, sowie mit der Interessensvertretung der Dialysepatienten und Nierentransplantierten in Bayern. Die regelmäßige Präsenz von Vertretern des Vorstands an den Sitzungen dieser ausländischen Vereinigungen haben unseren Horizont erweitert und geben wichtige Impulse für die Verbesserung unseres eigenen Vereinslebens.

2009

Im Jahre 2009 wurde mit den Schritten zur Anerkennung unseres Vereins als Freiwilligenorganisation (ONLUS) begonnen, um in den Genuss der 5 Pro Mille der Einkommenssteuer jener Personen zu kommen, die sie uns abtreten. Weiters wurde ein neues Vereinsstatut ausgearbeitet, das 2010 von der Mitgliederhauptversammlung genehmigt wurde und in Kraft getreten ist. Zugleich wurde der Name von Südtiroler Nierenkrankenverband in Südtiroler Nierenkrankenverein abgeändert.

2010

Für den Dreijahreszeitraum 2010-2013 wurde Dietrich Oberdörfer zum Vorsitzenden des Vereins gewählt.
Der neue Vorstand hat sich zum Ziel gesetzt, dem Verein ein neues zeitgemäßes Logo zu verpassen, einen völlig erneuerten Internetauftritt zu erstellen, erstmals eine kleine Vereinszeitung herauszugeben.
Seit 2010 ist der Verein Mitglied des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit.
Im August 2010 wurde im Rahmen eines Informations- und Sensibilisierungsauftritts in Meran ein Konzert des „Orquesta Sinfonica de Jumilla“ aus Spanien organisiert, das einen großen Publikumserfolg verzeichnete und für uns eine Möglichkeit war, unseren Verein und unsere Anliegen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.